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Die ganze Woche.

Wenn ich mich über Phasen der „Trennung“ oder dergleichen informieren würde, würde ich mich vermutlich darin wieder finden. Ich bin Seit Jahren wieder Single. Hatte in meiner Beziehung voll auf den „Partner-Modus“ umgestellt. Das heist wir waren lieber zu zweit unterwegs oder daheim. Waren mit dem Hund draußen etc. Vielleicht auch mal mit anderen Pärchen zusammen aus. Aber deutlich weniger außer Haus, als es vorher der Fall war.

Nun bin ich wieder Single. Und abgesehen davon das bei mir Daheim immer noch die Baustelle überwiegt, fällt mir eben einfach die Decke auf den Kopf. Es stehen immer noch Möbel und andere Sachen von meiner Ex hier im Haus. Das ist so, aus dem einfachen Grund, weil es ihr aktuell immer noch zu 20% mit gehört und sie noch keine eigene Wohnung gefunden hat. Dies verstehen natürlich meine Bekannten einfach nicht und werfen mit solidarischen Schlachtrufen um sich. „Schmeiß den Scheiß einfach weg“. „Stell Ihn an die Straße und geb ihr oder dem Sperrmüll bescheid“ und viele viele weitere. Dieses regelmäßig von anderen darauf hingewiesen werden, das hier noch viel von der Ex-Partnerin zu finden ist, hilft einem nicht gerade das ganze auszublenden.
Zusammen mit der nicht enden wollenden Baustelle ist dies einfach eine Situation, die mich Wort wörtlich aus dem Haus treibt.

Auf gehts, ab gehts …

… drei Tage wach.

Nunja, das ist in den letzten 4 Monaten erst 2 mal vorgekommen. Und ich muss sagen, es waren super Wochenenden! die natürlich ein etwas längeren Erholungszeitraum mit sich gebracht haben. Seit dem ich wieder Single bin, gehe ich wieder unter Leute. Ich habe alte Bekanntschaften wieder aufleben lassen und viele neue Menschen kennen gelernt.

Ein Spielchen gefällig?


Ich habe eine Leidenschaft wieder gefunden. Billiard. Ich spiele es verdammt gerne. Ich bin nicht gut, aber habe meinen Spaß daran. Leider gibt es nur 2-3 Läden im Umkreis die noch einen oder mehrer Tische haben. Und der einzige Laden davon den ich leiden kann, hat einen sehr sehr alten, sehr mitgenommenen Tisch. Aber da ich ja kein Profi bin, ist mir das egal. In der Woche wo mein Sohnemann bei seiner Mutter ist, bin ich also 4 oder 5 mal wenn es passt in der Kneipe und spiele Abends ein wenig Billiard. Lerne dabei Menschen kennen und vertreibe mir die Zeit und vergesse kurzzeitig alle meine Sorgen.


Da unter der Woche in unserem Dörfchen allerdings nicht viel los ist, kann ich mich nicht darauf verlassen jedesmal neue Menschen vor Ort kennen zu lernen. Also frage ich im Bekanntenkreis fast jeden Abend herum ob jemand Lust hat 1-2 Stündchen die Kugeln über den Tisch rollen zu lassen. Viele sind verwundert woher der neu gewonnen Aktivitäten drang kommt. Manche ziehen mit, manche eher nicht so. Aber ich stelle fest, ich bin wenn ich Unterwegs bin wieder „mehr der Alte“.

Bock zu Tanzen?

Oh ja. Tanzen. Ganz früher war das garnicht mein Ding. Dann lernte ich zwei Menschen während meiner Ausbildung kennen und zusammen mit einer Freundin gingen wir öfter mal aus. Mit diesen Menschen, die gute Freunde geworden sind, habe ich den Spaß daran entdeckt. Von Charts über Techno oder Goa/Psy-Trance bis hin zu Metal. Wir haben zu allem gefeiert und sehr lustige Abende verbracht. Die letzten Jahre, also während der Beziehung, war ich vielleicht 2-3 Mal unterwegs und habe „das Tanzbein geschwungen“.
So wunderte es mich nicht, das ich als ich mal wieder mit einem der Freunde von damals unterwegs war, erst noch ein wenig „gehemmt“ war. Aber als er mich erstmal auf die Tanzfläche geholt hatte, ging es wieder los. Ich kann bald garnicht mehr aufhören. Selbst daheim wird über Alexa die passende Musik zur aktuellen Stimmung angemacht und ich „tänzel“ durch die Räume um aufzuräumen bzw. zu renovieren.

Wir gehen aktuell jedes freie Wochenende in unsere Lieblings Diskothek. Es ist die gleiche die wir auch damals regelmäßig besucht haben. Lernen Leute kennen und amüsieren uns prächtig.

Ausruhen

Was ebenfalls wieder sehr gut funktioniert. Ist das Ausruhen. Ich kann wieder richtig abschalten. Ich setze mich in einen der super Leder Sessel, die ich bei dem Hauskauf übernommen habe und kann einfach abschalten. Richtig abschalten habe ich seit Jahren nicht mehr geschafft. Mittlerweile setze ich mich hin und mache vielleicht Musik dazu an und stelle im Nachhinein fest, dass ich einfach super ausgeruht bin. Die Gedanken sind nicht die ganze Zeit um die Beziehung, die Arbeit oder sonst etwas gekreist.

Ebenso ist mein Schlaf auf einmal wieder viel erholsamer. Eigentlich nutze ich zum Schlafen ja meine Maschine gegen die Schlafapnoe. Da ich ansonsten keinerlei Erholung durch Schlaf verspüre.
Doch seit einigen Wochen, verzichte ich auf die Maschine. Ich wache auf und bin Top-Fit. voller Energie und meist auch Motivation. Ich habe das Gefühl ich bin wieder mehr ausgeglichen. Beziehungsweise im „Einklang mit mir selbst“. Das hört sich für mich immer noch komisch an. Aber es scheint etwas dabei zu sein.

Ich meditiere regelmäßig (begleitet durch eine App). Es bringt tatsächlich mehr als ich immer gedacht habe. Man wird irgendwie „bewusster“. Vielleicht ist es auch nur Einbildung. Aber solange ich diesen „Effekt“ für mich verspüre wird es bei behalten.